“Warum irgendwo Halt machen?”

Im Radio kam vor zwei oder drei Tagen ein Bericht darüber, dass irgendwann letztens im Ludwig Museum in Köln ein Film Premiere hatte, bei dem man einen wütenten deutschen Literaten schimpfen hört und einen Schauspieler sieht der die Mundbewegungen dazu macht;
Na gut - klingt seltsam; was hingegen aber gut klang waren die Sätze von Wolf Dieter Brinkmann;
während des Berichts stellte sich heraus, dass der WDR dem Herrn Brinkmann 1973 ein Tonbandgerät in die Hand drückte und ihn dazu aufforderte für die Sendereihe “Autorenalltag” etwas aus seinem Leben aufzuzeichenen; Herr Brinkmann nahm dann von Oktober bis Dezember 1973 elf Stunden Tonmaterial auf;
Etwas später - Ende der 80er Jahre machte der Regisseur Harald Bergmann die Witwe Brinkmanns darauf aufmerksam, dass die vorhandenen Tonbänder auch ein Verfallsdatum haben und noch ein paar Jahre später, 1996 wurde dann alles gerettet und für die digitale Welt aufbereitet;

Alltagsbeobachtungen, Familienszenen, Wutausbrüche. Auf diesem Originalmaterial basiert der vom WDR co-produzierte Dokumentarfilm “Brinkmanns Zorn“. Ab morgen im Kino. Ansehen.

Rolf Dieter Brinkmann

Rolf Dieter Brinkmann

Strumpfhose im Januar
Trauer auf dem Wäschedraht im Januar

Ein Stück Draht, krumm
ausgespannt, zwischen zwei
kahlen Bäumen, die

bald wieder Blätter
treiben, früh am Morgen
hängt daran eine

frisch gewaschene
schwarze Strumpfhose
aus den verwickelten

langen Beinen tropft
das Wasser in dem hellen,
frühen Licht auf die Steine.

(Wolf Dieter Brinkmann, aus dem Band: Leute, ich lebe, Gedichte und Songs, Hrsg. Gertrud Wilker, Verlag Huber 1983)

Reich-Ranicki über R.D. Brinkmann:
” Kaum daß wir begonnen hatten, brüllte mich Brinkmann an - er sollte überhaupt nicht mit mir reden, sondern hier ein Maschinengewehr haben und mich über den Haufen schießen.” ( Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.05.2005, Nr. 21 / Seite 36)

HörspielDeutscher Hörbuchpreis 2006 in der Kategorie »Das besondere Hörbuch« für Herrn Brinkmann: Wörter Sex Schnitt. Originaltonaufnahmen 1973;

Artikel mit tollem Titel:

»Ist die Gegenwart ein Gangsterfilm?«
Über Rolf Dieter Brinkmann und seine »Tätigkeit des Schreibens als Widerstand gegen das Herumtoben der Welt« von Herbert Debes

Recycler der Woche

Remote.
Software instrument creates music out of webcam images from all around the world. Remote software developed at Fabrica. Andy Cameron, Oriol Ferrer, Dave Towey, Federico Urdaneta.

mehr davon:
Remote (1)

Remote (2)

Pollinate - A piece about inspiration.

Ein FoundFootage Film aus dem Hause “belief“.

Der Film versucht anhand von Beispielen und kurzen Interviews (Michel Gondry 11.50′, Alice Cooper 19.50′, David Lynch 30.30′ u.a.) sich mit dem gestellten Thema auseinanderzusetzen.

Pollinate, A Piece about Inspiration (45.00′)

Ausschnitte:

To understand the World we humanize it, we start to attach emotions, we want to make it personal.

“The secret of creativity is knowing how to hide your sources?”
(A. Einstein)

Approach Ideas:

Transfer of mediums
“How many times can you xerox before the image is gone?”
Fischli&Weiss “Lauf der Dinge” (1987) versus Honda Advertising

Link the unrelated
Michel Gondry verbindet zwei Bilder und schafft dadurch etwas neues:
Legosteine + Zbig Rybcznski: Kwadrat (1971, filmische Arbeit) = White Stripes Video

Unexpected Collaborations
Dali and Alice Copper “the finest Form of communication is confusion” (Dali)

Breaking the Routine / Change of Perspective
Visualize the Unseen for example.

Consider the role of Limitation
Limitation creates an own Style.

Recycler der Woche

Gegen die Informationsflut lautet die Pämisse R E C Y C L I N G.

Hier & Heute mit Soulwax (The Return of the Frames!!! *blink *blink *blink) und ihrem ausgezeichneten Found Footage Film “Excuse Me!”

…. das darf jetzt auch nicht unerwähnt bleiben: die Frau der Mitternachtsnachrichten auf ZDF hat angekündigt die allergiefreie Katze vorzustellen… ich bin gespannt.